Social Media in Großschadenslagen

Bochumer MusiksommerWie sieht es bei Ihnen mit dem Einsatz von Social Media in Großschadenslagen aus? Sind Sie im sogenannten „Social Web“ unterwegs? Nutzen Sie Facebook, Twitter und Co?

Das Social Web bietet heutzutage eine Vielzahl von Chancen. Schon im Alltag ist es aus vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Aber vor allem in einer Großschadenslage bieten die sozialen Netze unglaubliche Möglichkeiten, die bei der Krisenbewältigung absolut hilfreich sein können.

Der Nutzen von Social Media in Großschadenslagen

In der Krise können Sie die sozialen Netze sowohl für die Warnung und Information der Bevölkerung als auch für die Lageerkundung nutzen.

Und der Vorteil von Social Media ist, dass es so wahnsinnig schnell ist. Die Texte, die Sie an die Radiosender weitergeben, sind in dynamischen Lagen möglicherweise schon veraltet, wenn sie gesendet werden. In den Sozialen Netzen schreiben Sie ihren Text, klicken auf „senden“ und schon ist er für alle einsehbar. Schneller geht`s nicht!

Warnung und Information der Bevölkerung

Das Social Web kann Ihnen helfen, im Krisenfall eine Vielzahl von Menschen zu erreichen. Mittlerweile besitzt die Mehrzahl der Menschen ein Smartphone und viele von ihnen verfolgen auch von unterwegs die Neuigkeiten auf den unterschiedlichen Plattformen.

Solange das Netz stabil bleibt und die Geräte noch ausreichend Akkuladung haben, bieten sie eine gute Gelegenheit zum Informationsaustausch.

Wenn nun in Ihrer Stadt, Ihrem Kreis etwas passiert, worüber Sie Menschen unterrichten wollen, können Sie mit einer kurzen Nachricht auf Facebook und Twitter schon einen großen Teil der betroffenen Personen erwischen.

Auch Personen, die selber nicht online sind, werden mit Sicherheit in der Krise durch andere Personen informiert, die sie am Nachrichtenstrom teilhaben lassen.

Sobald die Menschen davon erfahren, dass eine Schadenslage eingetreten ist, werden fast alle, die soziale Medien nutzen, versuchen, Informationen im Netz zu finden. Und die sollten dann bereitstehen.

Meinungsführerschaft

Wer im Krisenstab für die Krisenkommunikation zuständig ist, sollte auch im Internet die Meinungsführerschaft haben. Dazu benötigen Sie eine große Reichweite und eine hohe Frequenz an hilfreichen Informationen für die Bürger in der Krise.

Wenn Sie das sicherstellen können, werden die Bürger Ihnen vertrauen und Ihren Hinweisen folgen.

In kritischen Situationen gibt es immer wieder Menschen, die Informationen verbreiten, die falsch sind oder die sogar gefährlich werden können. Diese Informationen gilt es für Sie zu finden und in die richtige Richtung lenken.

Mit hilfreichen Infos und einer guten Moderation der Krise im Netz haben Sie schon vieles richtig gemacht.

Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Social Media nicht nur dafür steht, nur Informationen an Dritte weiterzuleiten. Das Social Web lebt dadurch, dass wir hier in Kontakt kommen, statt Monolog finden wir hier einen Dialog.

Die Menschen werden sich mit ihren Problemen in der Krise an Sie richten. Sie werden von Ihnen Antworten haben wollen und darauf sollten Sie dann reagieren können.

Sicher werden die Bürger auch ihren möglichen Unmut in einer Krisensituation online bei Ihnen ablassen. Damit muss man rechnen und sich hierfür Strategien zurechtlegen.

Aber grundsätzlich wird ein konstruktiver Dialog zwischen den Krisenmanagern und den Bürgern helfen, die Krise zu bewältigen.

Und: Sie können von draussen auch aktiv Informationen einfordern. Einer Aufforderung an die Menschen, Bilder von bestimmten Orten in ein von Ihnen bereitgestelltes Portal hochzuladen oder auch eine Antwort auf drängende Fragen im Stab ist per Social Media oft in allerkürzester Zeit möglich.

Lageerkundung im Netz

Damit kommen wir zur Lageerkundung im Netz. Wir brauchen im Einsatzfall viele Informationen. Diese liegen heutzutage fast alle im Netz vor. Die Menschen stellen so viele Informationen in die verschiedenen Netzwerke ein. Wir müssen sie „nur noch“ einsammeln.

Auch wenn die Informationen aus dem Netz nicht immer alle korrekt sind und sie gefiltert werden müssen, sollten Sie nicht darauf verzichten.

Stellen Sie sich vor, ein Großteil der Menschen hat aus dem Netz wichtige Informationen über kritische Situationen erhalten, die Ihnen nicht vorliegen. Der Krisenstab trifft eine folgenschwere Fehlentscheidung, weil er es nicht besser wusste.

Dies im Nachhinein zu begründen, dürfte schwer werden, wenn die Informationen frei im Netz verfügbar waren.

Erfahrungen

Es gibt mittlerweile schon viele Erfahrungen mit Social Media in Großschadenslagen. In den USA ist man hier schon weiter.

Aber auch aus Deutschland gibt es Beispiele:

Beim Hochwasser 2013 gab es viele Bürger, die Hilfe über Social Media organisiert haben. Das hat viel Gutes bewirkt und an vielen Stellen geholfen.

Damals gab es allerdings keine Koordination der verschiedenen Aktionen. So haben sich Menschen zum Helfen aufgemacht an Orten, wo mittlerweile keine Hilfe mehr benötigt wurde. Einige haben sich dabei sogar in Gefahr gebracht, weil die Daten nicht aktualisiert wurden.

Als zuständige Behörde werden Sie sich nicht um alles kümmern können. Wo hier die Grenze gezogen wird, muss noch definiert werden. Möglicherweise kann das wie so vieles andere im Ernstfall auch nie ganz im Vorfeld festgelegt werden. Aber wir sollten beim nächsten mal die Probleme kennen und mögliche Lösungen vorbereitet haben!

Vorbereitungen

Um diese Möglichkeiten im Krisenfall nutzen zu können, müssen Sie sie natürlich im Vorfeld vorbereiten. Ein paar kleine Konzepte, die man im Schadensfall aus der Schublade ziehen kann, helfen auch hier.

Voraussetzung ist natürlich, dass Sie schon in „Friedenszeiten“ eine gute Social Media Strategie nutzen und Sie bei Alltagsthemen, Veranstaltungen u. ä. in gutem Kontakt zu den Bürgern stehen.

Vorläufiges Fazit

Social Media ist aus dem Alltag und damit auch aus Krisen nicht mehr wegzudenken. Wir müssen uns hier dringend um gute Lösungen bemühen, damit die Entwicklungen hier nicht am Krisenmanagement vorbei laufen.

Dabei werden die sozialen Netze aber auch nicht die anderen Kommunikationswege ersetzen können. Aber sie können eine sehr gute und wichtige Ergänzung für die Bewältigung von Krisensituationen bieten.

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