Ständig werden wir angehalten, Dinge zu kaufen. So ist unser Gesellschaftssystem ausgerichtet. Wir kaufen Zeug und andere verdienen so ihr Geld. Wir haben immer mehr Gedöns zuhause und müssen damit immer mehr Aufwand betreiben.
Ich war vor einiger Zeit immer mehr genervt davon und habe daraufhin entschieden, meinen Konsum deutlich zu reduzieren.
Den letzten Anstoß gab damals, dass ich mich in der Vorweihnachtszeit über den Konsumterror gewundert hatte, den ich beobachten konnte. Die Massen an Menschen, die die Dortmunder Innenstadt aufsuchten, waren wirklich beängstigend. Der Verkehr auf dem Innenstadtring ist um diese Jahreszeit immer eine Katastrophe. Es wird besinnlich gehupt, genervt überholt, Fußgänger und Radfahrer bedrängt, nur weil jetzt unbedingt noch die Geschenke-Massen gekauft werden müssen. Die Stimmung ist fast explosiv und viele sind total genervt. Und irgendwie hab ich mich gefragt, ob das alles so richtig sein kann.
Wir kaufen zu viel unnötiges Zeug
Auch ich war da echt ein Opfer. Ich liebte es, schöne Dinge für meine Wohnung zu kaufen. Blöcke und Stifte hätte ich unendlich besitzen können. Auch Handtaschen waren ein Thema. Ich hatte genug und hätte dennoch immer mehr davon kaufen können. Einfach, weil es so verlockend ist. Weil ich den Impuls hatte, alles, was ich schön fand, auch besitzen zu wollen. Und weil man sich im ersten Moment so über die neuen Errungenschaften freut.
Was ich immer wieder feststellte: Nicht immer waren die Kaufentscheidungen gut überdacht. Oft sieht man nach ein paar Tagen oder Wochen, dass dieses Teil das eigene Leben nicht wirklich bereichert. Der Zauber der Dinge ist unglaublich groß, solange sie noch im Geschäft stehen. Zuhause angekommen, verfliegt er meist sehr schnell.

Besitzt belastet
Die Dinge, die wir nach hause tragen, müssen meist auch irgendwie verwaltet, geputzt, gewartet, was auch immer werden.
Die Elektrogeräte müssen geladen und upgedatet werden. Autos müssen zur Inspektion und zum Reifenwechsel.
Alles muss untergebracht werden, wir brauchen größere Wohnungen, müssen mehr Geld verdienen, mehr Zeit zum Putzen aufwenden.
Hinzu kommt: Alles, was unsere Auswahl vergrössert, erfordert wieder Entscheidungen. Wenn du nur einen Wintermantel hast, musst du dich nicht entscheiden, welchen du wählst. Das Leben wird deutlich einfacher, wenn wir nur wenige Varianten zur Auswahl haben.
Frag dich: Was kostet dich der Konsum?
Letztlich ist es so, dass der Kauf einer Sache immer einen gewissen Preis hat. Dazu zählt viel mehr, als wir auf den ersten Blick im Kopf haben.
- Wie lange musst du arbeiten, um dir dieses neue Teil leisten zu können? Ist es die Zeit wirklich wert, die du dafür im Job bist? Hast du dir das mal ausgerechnet? Wie hoch ist dein Netto-Einkommen pro Stunde? Vielleicht könnten wir einfach weniger kaufen und dafür weniger arbeiten?
- Vielleicht machst du sogar Schulden für Dinge, die dir dann gar nicht so lange am Herzen liegen wie es dauert, das Darlehen abzutragen?
- Wie viel Zeit und Geld kostet es, in die Stadt zu fahren und das …


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