Ich habe 2017, also vor 9 Jahren begonnen, meinen Besitz und meinen Konsum zu reduzieren. Was mir das gebracht hat und wie ich darüber heute denke, erzähle ich dir jetzt.
Konsum als Baustein unserer Gesellschaft
Wir werden ständig verführt, Dinge zu kaufen. Nur so funktioniert unsere kapitalistische Gesellschaft. Menschen arbeiten fleissig, damit sie dann auch möglichst viel konsumieren können: Elektrogeräte, Autos, Deko, Kleidung, Kosmetika, Häuser, etc.
Wir verbringen 40 Stunden und mehr die Woche im Job, müssen nebenbei noch unser Leben organisieren – Wohnen, Ernährung, Carearbeit, Arztbesuche und alles andere, was sonst noch ansteht. Zum Erholen, für Sport oder auch um Freunde zu treffen, bleibt dann oft nur noch wenig Zeit. Und so sind viele von uns mit all dem ständig am Limit. Und oft genug belohnen wir uns dann mit einem neuen Konsumgut, weil unsere eigentlichen Bedürfnisse nicht erfüllt werden können.
Wenn ich die Diskussionen über Wohlstand grad höre, dann frag ich mich, was genau denn eigentlich Wohlstand ist? Ist es wirklich der (übermässige) Konsum von Dingen? Oder ist Wohlstand nicht eher, mehr Zeit für die Dinge zu haben, die uns wirklich am Herzen liegen und die uns nachhaltig erfreuen?
Für viele fühlt sich die Reduzierung von Besitz und Konsum an wie Verzicht. Aber ist es das tatsächlich? Klar, wenn es finanziell an allen Ecken und Enden drückt und das Geld für den Monat nicht reicht, ist das ein ganz anderes, schwieriges Thema. Aber für all die, die ein durchschnittliches Einkommen haben, lohnt es sich, den eigenen Konsumbedarf noch mal zu überdenken um sich ggf. anderswo Freiraum schaffen zu können.

Zu viel
Viele von uns haben im Laufe ihres Lebens viele Dinge angesammelt, die sie belasten. Ich selbst hatte 2017 das Gefühl, mein Besitz erdrückt mich förmlich. Die Schränke alle voll, so dass ich die Dinge, die ich regelmässig nutze, immer zwischen zig anderen heraussuchen musste. Hosen im Kleiderschrank, die mir sagten “Du warst auch schon mal dünne…


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