Aktualisiert im März 2026
Wir alle wissen, dass wir etwas verändern und nachhaltiger leben müssen. Während wir das bis vor einigen Jahren eher theoretisch verstanden haben, sehen und spüren wir es jetzt tatsächlich auch deutlich: Die Sommer werden heißer, starke Unwetter und Trockenheit nehmen zu, zahlreiche Arten sterben aus, Abschmelzen von Gletschern und Eisbergen im Rekordtempo, etc.
Wo wir stehen
Wir Menschen in den reichen Ländern verursachen durch unsere Lebensweise sehr viel CO2. In Deutschland verursacht eine Person im Schnitt um die 12.000 kg CO2 im Jahr. Damit liegen wir deutlich höher als der weltweite Durchschnitt, der bei gut 7.000 kg liegt. Deutschland verursacht 2,4 % der weltweiten Treibhausemissionen, stellt aber nur 1% der Bevölkerung.
Die Ungerechtigkeit dabei ist, dass ärmere Staaten in besonderem Masse vom Klimawandel betroffen sind, ihn aber deutlich weniger verursacht haben.
Falls du Lust hast, deinen Fußabdruck mal nachzurechnen: Beim WWF gibt es einen CO2-Fußabdruckrechner.
Klar, es gibt vieles, was die Politik regeln müsste. Und sicher liegt dort der allergrößte Hebel. Da dreht sich aber leider grad das Rad eher zurück. Bevor wir ohnmächtig daneben stehen, gucken wir doch einfach, was wir selber beitragen können, um klimafreundlicher und gerechter zu leben.
Ich hab dir dazu einen Schwung Ideen zusammengestellt. Vieles davon ist gar nicht so aufwendig. Und wie immer gilt auch hier: Man muss ja nicht alles auf einmal verändern. Such dir das aus, was dir am leichtesten fällt.
„Tu du`s“ für das Klima
Hier kommen meine Ideen, wo wir auch als Einzelperson einen Beitrag leisten können:
Konsum
- Brauchst du wirklich all das, was du konsumierst? Alles, was du kaufst braucht Rohstoffe, muss produziert, verpackt, transportiert und später entsorgt werden. Alles verbraucht also Ressourcen. Und nebenbei kostet Konsum auch deine Zeit: Bei der Auswahl, beim Kauf, bei der Aufbewahrung, der Pflege, der Entsorgung. Ein bewußterer Konsum ist also ein Gewinn für alle. Und was ich noch wichtiger finde: Wenn wir weniger Zeug kaufen, müssen wir auch weniger Geld verdienen. Das kann sehr entlasten. Vor einiger Zeit habe ich dazu einen ganzen Artikel geschrieben.
- „Neue“ Kleidung kannst du z. B. günstig bei einer Kleidertauschparty erwerben. Entweder du organisierst selber eine mit Freundinnen oder du suchst im Netz mal nach „Kleidertauschparty“ an deinem Ort. Alternativ kannst du auch mal im Second-Hand-Shop vorbeigehen oder bei Plattformen im Netz wie Vinted oder Kleinanzeigen.
- Repariere mehr oder lass reparieren. Manches lässt sich noch im herkömmlichen Sinn reparieren, z. B. Schuhe oder Armbanduhren, anderes kannst du vielleicht auch im Repaircafe instandsetzen lassen.
- Musst du wirklich immer das neueste Handy besitzen oder kannst du das alte nicht zumindest so lange nutzen, wie es dafür Software-Updates gibt? Und sicher lohnt es sich auch zu prüfen, ob du wirklich so viele technische Gerätschaften benötigst. Vieles nutzen wir viel zu selten, anderes können wir uns auch von Freunden oder Nachbarinnen leihen.
- Lass alte, ungenutzte Elektrogeräte nicht in der Schublade versauern, sondern bring sie zum Recyclinghof. Oft enthalten die Geräte wertvolle Rohstoffe, die so wiederverwendet werden können.
- Versuche öfter, Plastikmüll vermeiden. Vielleicht kannst du Obst und Gemüse lose einkaufen statt verpackt – auf dem Markt, im Supermarkt o. ä. Du willst mehr Infos? Hier geht`s zu einem Artikel mit meinen Erfahrungen beim Plastikfasten.
- Papiermüll reduzieren. Musst du diese Mail wirklich ausdrucken? Brauchst du den Katalog, den Flyer aus Papier oder reicht eigentlich ein Link? Musst du dir wirklich alles in Pappe verpackt liefern lassen oder kannst du es nicht genauso gut im Laden um die Ecke abholen? Check mal deinen Briefkasten: Wie viel nervige Werbepost kommt da immer an? Eine kurze Mail an den Absender ist vielleicht erst mal aufwändig, aber dann hast du dauerhaft Ruhe. Und der obligatorische Aufkleber „Keine Werbung“ am Briefkasten hilft auf die Dauer auch, dass gleich weniger Werbemüll produziert wird.
- Nicht alles muss man neu kaufen. Vieles lohnt sich auch gebraucht zu kaufen. Die Umwelt freut sich, die Person, die es loswerden will und du hast noch Geld gespart. Quasi Win, Win, Win. 🙂

Ernährung
- Kaufe möglichst regionale und saisonale Produkte. Ich bin z. B. ein Fan der Ökokisten. Da wird dir jede Woche (oder in dem Abstand, den man wünscht) eine Kiste mit Bio-Obst und -Gemüse geliefert. Und wenn man mag, kann man da oft noch viele weitere Bio-Produkte ergänzen.
- Vielleicht hast du ja auch Lust, mal selber Gemüse, Kräuter oder Salat anzupflanzen? Das geht auch auf dem Balkon oder sogar auf der Fensterbank. So sparst du Geld, Transportwege und hast immer was Frisches da.
- Reduziere deinen Fleischkonsum. Du musst ja nicht ganz verzichten, aber vielleicht ersetzt du zwischendurch mal Fleischgerichte mit pflanzlichen Alternativen? Bei mir findest du unter Lieblingsgerichte diverse leckere vegetarische Rezepte. Weitere Tipps dazu kannst du hier nachlesen.
- Probiere vielleicht mal aus, weniger Milchprodukte (Milch, Joghurt, Käse, etc.) zu verwenden. Viele Dinge lassen sich ganz gut und gesund ersetzen. Wenn du Lust hast, pflanzliche Küche mal auszuprobieren, dann mach doch beim Veganuary mit. Da verzichten viele Menschen gemeinsam den Januar über auf fleischliche Produkte und bekommen dazu hilfreiche Tipps und Infos. Auch unterjährig kann man dort nützliche Tipps bekommen. Und wie immer muss es hier ja auch nicht zu dogmatisch sein.
- Achte beim Einkauf von Lebensmitteln darauf, dass du nicht zu viel kaufst, damit du keine Lebensmittel wegwerfen musst.
- Nimm im Supermarkt auch mal Gemüse mit, was nicht so tippi-toppi aussieht, damit auch diese Produkte gegessen werden und nicht umsonst produziert wurden.
- Steige um auf Leitungswasser. Das ist genau so gut wie gekauftes Mineralwasser, aber braucht keine Verpackung und keinen Transport. Wenn du es gerne sprudelig magst, nutze einen Sodastreamer.
- Kaufe öfters mal im Unverpacktladen ein, wenn du einen in der Nähe hast.

Wohnen
- Senke die Energie, die du für`s Heizen benötigst. Erste Tipps dazu findest du hier.
- Ersetze normale Glühbirnen, wenn sie kaputt sind, durch stromsparende LED-Leuchten.
- Du bist Immobilienbesitzer:in? Dann prüfe, ob du nicht CO2 sparen kannst durch z. B. den Kauf einer Solaranlage, einer neuen Heizungsanlage, durch Abdichten der Fenster, etc. Als Mieter:in kannst du es z. B. mit einem Balkonkraftwerk versuchen.
- Wenn du einen Trockner hast, nutze ihn seltener und trockne mehr draussen auf dem Wäscheständer.
- Prüfe deinen Stromverbrauch und ziehe z. B. bei Standby-Geräten den Stecker, wenn du sie nicht benutzt. Viele einfache Tipps zum Energiesparen zuhause findest du bei der Verbraucherzentrale.
- Welchsel deinen Stromanbieter zu einem echten Ökostromanbieter, z. B. zu Naturstrom. Naturstrom bereitet schon seit 1998 den Weg für Öko-Strom und -Gas.
- Hast du einen Garten oder einen Balkon? Dann entscheide dich doch für insektenfreundliche Pflanzen, die Bienen, Hummeln, Faltern etc. als Nahrungsquelle dienen. Räume den Garten nicht so sehr auf, damit altes abgestorbenes Laub und Holz den Tieren noch als Unterschlupf dienen kann. Du kannst auch gezielt Nistkästen für Vögel aufhängen, Häuser für Igel bauen, Quartiere für Insekten, o. ä. Nützliche Tipps für all das hat der NABU. Oder du lädst dir beim Umweltinstitut München die umfangreiche kostenlose Broschüre „Dein Bienengarten“ runter.
- Falls bei dir ein Umzug ansteht: Brauchst du wirklich so viel Wohnraum oder reichen nicht ggf. auch ein paar Quadratmeter weniger? Eine kleinere Wohnung hat viele Vorteile: Sie ist günstiger, du musst weniger putzen und du brauchst weniger Möbel, um sie einzurichten.

Finanzen
Du kannst dich aktiv dafür entscheiden, dein Geld für die „guten“ Dinge arbeiten zu lassen, wenn du es bei grünen und fairen Banken verwalten lässt bzw. entsprechend anlegst. Dein Geld wird dort also nicht in so schädliche Dinge wie Atomstrom, Kohle, Rüstungsindustrie, etc. investiert.
(Hinweis: Das ist im folgenden natürlich keine Anlageberatung, sondern spiegelt nur meine Ideen für mögliche faire Geldanlagen wieder.)
- Girokonto: Wechsel zu einem nachhaltigen Girokonto. Es gibt einen ganzen Schwung fairer Banken, die dein Geld für die guten Dinge nutzen. Utopia hat da eine nützliche Übersicht erstellt: Die findest du hier.
- Tagesgeld: Auch hier gibt es die Möglichkeit, seine Rücklagen nachhaltig anzulegen. Ich hab da z. B. gute Erfahrungen mit der Umweltbank gemacht.
- Investitionen: Wenn du investierst, überlege mal, deine Gelder lieber in faire und nachhaltige ETFs bzw. Fonds anzulegen.
Es gibt verschiedene faire Fonds, wo gezielt nur in nachhaltige Firmen investiert wird. Wie fair Fonds tatsächlich sind, kannst du ganz einfach z. B. auf der Seite Faire Fonds überprüfen.
Günstiger sind natürlich ETFs, die automatisch einen Index nachbilden, damit aber nur selten so nachhaltig sind wie speziell aufgelegte Fonds. Es gibt aber ETFs, die grüner sind als die üblichen. Suche da mal nach ETFs, die den Zusatz „ESG“ oder „SRI“ enthalten.

Mobilität
- Lass dein Auto öfter stehen und nimm stattdessen das Rad, die Bahn oder geh zu Fuß. Vielleicht könnte auch ein eBike eine Alternative sein?
- Wenn möglich: Suche dir einen Job in Nähe deines Wohnortes oder ziehe näher zu deinem Job. So sparst du Wegstrecken und damit zum einen CO2 für Auto / Bahn und zum anderen echte Lebenszeit.
- Wenn du ein neues Auto brauchst: Wähle vielleicht ein Fahrzeug mit einem geringeren Verbrauch oder einem umweltverträglicheren Antrieb.
- Auf Reisen: Plane Urlaube umweltverträglich. Also reduziere Flug- und Schiffsreisen. Stattdessen reise mit dem (Nacht-)Zug oder vielleicht auch mal mit dem Fahrrad.

Daten
- Reduziere eMails. Das Speichern der Mails und mitunter Anhänge, frisst mächtig Energie. Melde dich von ungelesenen Newslettern ab. Mehr dazu hier bei Utopia. Ich selbst habe vor Jahren einmal alle (!) Mails gelöscht, schmeisse jetzt direkt immer alle raus, die ich gelesen habe und nicht mehr benötige und lösche etwa einmal im Monat alle, die noch hängen geblieben sind. Das gilt übrigens auch für deine versendeten Mails, die alle gesichert werden, wenn man sie nicht löscht. Einen ausführlicheren Artikel zu einem aufgeräumten Postfach von mir kannst du hier nachlesen.
- Checke, welche Dateien du noch benötigst. Vieles dümpelt nur in den Verzeichnissen bzw. in der Cloud rum und verbraucht Platz und damit Strom.
- Lösche regelmässig Fotos vom Handy oder aus der Cloud, die du nicht brauchst. Reduziere dich auf die geliebten Bilder und reduziere gleiche Motive auf den schönsten Schnappschuss.
- Nutze eine nachhaltige Suchmaschine. Im Gegensatz zu Google verwendet die deutsche Suchmaschine Ecosia den Gewinn für Klimaprojekte, schützt deine Daten und verwendet ausschliesslich erneuerbare Energien.
- Auch Mobilfunk geht mittlerweile nachhaltig. Die deutsche Firma Wetell z. B. arbeitet nach eigenen Angaben klimaneutral, hat keine Knebelverträge und arbeitet gemeinwohlorientiert. Zudem sind die Tarife günstiger als bei den klassischen Mobilfunkanbietern.
Engagement
Du kannst natürlich auch richtig aktiv werden:
- Setze dich für Nachhaltigkeit ein. Trete Organisisationen oder Vereinen wie dem NABU, dem BUND oder auch kleineren, ggf. lokalen Initiativen bei und engagiere dich dort ehrenamtlich.
- Unterschreibe Petitionen zu Themen wie Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.
- Erzähle den Menschen in deiner Umgebung von deinen Aktivitäten. Gehe mit gutem Beispiel voran.
Vielleicht ist ja bei meinen Vorschlägen der ein oder andere dabei, den du umsetzen magst. Dann los! Und wen du noch weitere Ideen hast, dann freu ich mich über deine Ergänzungen in den Kommentaren!
Literaturtipps
Bücher
Mit Antje Tomfohrde habe ich im September 2022 gemeinsam ein Klimabuch-Special bei der Bücherbar gemacht. Alle Bücher, die wir da vorgestellt haben, hat Antje auf ihrem Blog noch mal aufgelistet. Dabei sind ganz unterschiedliche Bereiche. Ich bin mir sicher, für dich ist auch was passendes dabei.
>>> Hier geht`s zu Antje Artikel
Podcasts
- WWF „ÜberLeben“: Gut gemachte Folgen, zu den verschiedensten Themen von Klima- und Artenschutz
- Utopia-Podcast: Diverse Themen rund um Nachhaltigkeit
Im Netz
- Die UN hat 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung festgelegt. Viele nützliche und praktische Infos dazu findest du auf 17 Ziele.
- Das Onlinemagazin Utopia hat verschiedene Fragen zusammengestellt, die man sich stellen sollte, wenn man nachhaltiger leben möchte: Utopia
Und noch ein Hinweis zu meinem Blog, falls du über eine Suchmaschine hierher gefunden hast:
Ich heiße Maike Kranaster und schreibe hier über alles, was das Leben leichter und schöner macht. Schau dich gerne mal auf meiner Seite um, wenn du daran Interesse hast.
Samstags veröffentliche ich z. B. regelmässig meine „Glücksmomente der Woche“. Wenn du also auch Lust auf gute Vibes hast, dann schau doch gerne noch mal rein oder abonniere direkt meinen kostenlosen Newsletter, dann bekommst du meine Glücksmomente jeden Samstagmorgen automatisch in dein Postfach geliefert.


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