Wie wäre es mal wieder mit Kunst und Kultur? Wenn Du Jugendstil magst, wirst Du den Hohenhof in Hagen lieben!
Nur wenige wissen, dass in Hagen ein solches Kleinod zu finden ist. Das Haus ist ein wahres Jugendstil-Juwel. Es wurde komplett von Henry van de Velde geplant, gebaut und eingerichtet und verfügt noch heute über die ursprüngliche Inneneinrichtung. Die Zusammenarbeit des Bauherrn Karl Ernst Osthaus und des berühmten Architekten Henry van de Velde hat wirklich einen Prachtbau ergeben!
Der Besuch ist echt Pflichtprogramm für alle Kunst- und Architektur-Interessierten!
Die Entstehung des Hohenhofs
Der Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus plante den Hohenhof als sein Wohnhaus. Er wollte hier entsprechend seines Folkwang-Gedankens Kunst und Leben näher zusammenbringen.

Osthaus beauftragte den Hauptakteur des Jugendstils Henry van de Velde 1906 mit der Planung des gesamten Gebäudes.
Van de Velde errichtete ein Gesamtkunstwerk, für das er in Absprache mit dem Bauherrn sowohl das Gebäude als auch die Inneneinrichtung erstellte. Von Möbeln über Leuchtern, Wandschmuck bis hin zu Geschirr und Besteck entsprang alles seinem Konzept. Selbst Kleidung und Schmuck für die Dame des Hauses wurden von van de Velde passend zum Gesamtkonzept entworfen.
Henry van de Velde plante vieles selbst, er beauftragte aber auch Künstler für verschiedene Gemälde. So hat z. B. der grosse Henri Matisse ein Fliesentryptychon für den Wintergarten gemalt.
Jeder der Räume ist ein Kunstwerk für sich. Die repräsentativen Räume im Erdgeschoss sind noch vollständig möbliert. Du musst sie Dir echt ansehen, es lohnt sich! Wunderschöne Wandbehänge, traumhaftes Jugendstil-Mobiliar, kunstvolle Lampen und vieles mehr! Ich hätte gerne einiges mit nach hause genommen… ?
Die Atmosphäre im Hohenhof ist so, dass Du Dich vollkommen in die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts zurückversetzt fühlst! Hier wäre ich auch gerne mal von Hausherrn zu einer Abendveranstaltung eingeladen worden!
Leider kann ich Dir hier keine Fotos mit Innenaufnahmen des Hohenhofs zeigen, da die Rechte hier sehr kompliziert sind. Du kannst aber in der Internetbroschüre zum Hohenhof einen Eindruck von den einzelnen Zimmern gewinnen.
Karl Ernst Osthaus
Vielen ist gar nicht bekannt, dass der Schöpfer des Folkwangs Karl Ernst Osthaus aus Hagen kam. Osthaus wurde 1874 geboren und konnte dank eines umfangreichen Erbes eine grosse Kunstsammlung aufbauen. Mit dieser wollte er in Hagen eine Kunstmetropole als Gegengewicht zu Berlin errichten.
Osthaus hatte damals den sogenannten Folkwang-Gedanken entwickelt. Er wollte, dass Leben und Kunst näher zusammenrücken und die einstige Trennung aufgehoben wird.
Das Folkwang-Museum wurde 1902 in Hagen eröffnet und war schnell sehr bekannt als erstes Museum, das zeitgenössische internationale Kunst zeigte. So waren hier Werke von Gauguin, Renoir, van Gogh und vielen weiteren zu sehen. Osthaus pflegte auch intensive Kontakte zu Ernst-Ludwig Kirchner und Emil Nolde. So konnte er auch 1907 eine Ausstellung der Brücke im Folkwang-Museum zeigen.
Osthaus wurde 1916 zum Kriegsdienst eingezogen und zog sich dort schwere Krankheiten zu, an denen er 1921 mit nur 46 Jahren starb.
Seine Familie verkaufte nur ein Jahr nach seinem Tod die grosse Kunstsammlung und die Namensrechte an die Stadt Essen. Die errichtete daraufhin das bekannte Museum Folkwang in Essen.
Künstlerkolonie Hohenhagen
Der Hohenhof, das Wohnhaus Osthaus´, sollte als Auftakt zur Errichtung der sogenannten „Gartenvorstadt Hohenhagen“ dienen. Osthaus hatte rund um den Hohenhof die Dies ist ein Beitrag aus der Kategorie Reisen

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